Vatikan – Verbotene Bücher

Der Index Librorum Prohibitorum („Verzeichnis der verbotenen Bücher“, kurz auch Index Romanus „Römischer Index“ genannt) war ein Verzeichnis der römischen Inquisition der für jeden Katholiken bei Strafe der Exkommunikation verbindlich verbotenen Bücher.
Erstmals erschien das Verzeichnis 1559, seine letzte amtliche Ausgabe datiert von 1948 mit Nachträgen bis 1962 und nannte zuletzt 6000 Bücher. Der Index Librorum Prohibitorum wurde erst nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil 1965 bzw. 1966 abgeschafft.
Heute gibt es keine offizielle Auflistung von Schriften, die der katholischen Kirche missfallen, und es werden keine Verbote einzelner Bücher ausgesprochen.
Das Motu Proprio Integrae servandae von 1965 erwähnte unter den Aufgaben der nun an die Stelle des Heiligen Offiziums tretende Kongregation für die Glaubenslehre, auch weiterhin Anzeigen von Büchern entgegennehmen und die Werke überprüfen wird. Es wurde jedoch nur mehr vom „Missbilligen“ und nicht mehr von „Verbieten“ gesprochen. Die Kongregation für die Glaubenslehre als zuständiges Gremium äußert sich heute nur noch selten zu einzelnen theologischen Lehrwerken (etwa 1975 zu „Unfehlbar?“ von Hans Küng). Daneben existiert auch der Päpstliche Rat für die sozialen Kommunikationsmittel als Gremium für die Medienarbeit.
Die Gruppierung Opus Dei führt einen internen Index, der in der Tradition des Index Librorum Prohibitorum steht. Diese Liste umfasst etwa 1000 Werke. Auf diesem Index stehen beispielsweise Werke von Kant, Lessing, Rousseau, Marx und Hitler. Daneben finden sich Bücher zeitgenössischer Schriftsteller wie zum Beispiel Der Name der Rose von Umberto Eco oder Sakrileg von Dan Brown. Einige Bücher sind ganz verboten, andere, etwa auch bestimmte gynäkologische Literatur, werden nur nach besonderer Erlaubnis z. B. für spezifisch Geschulte zu lesen erlaubt.

Quelle: Wikipedia